Der Auftritt im Katana (Link) war ein tolles Flaggehissen. Damit haben wir gleich viele Male in den neuen wie in den alten Bundesländern gespielt. Die Landschaften beginnen zu blühen. Der Mai wird kühler als erwartet.
Wir haben nun dank Sam einen schönen Ort zum Proben gefunden, eine zu einem Kulturzentrum umgebaute Schule in Weimar. Dort haben wir ein schön verstimmtes Klavier und ein Harmonium, ein Xylophon und Klanghölzer.
Wir sind ungefähr sechs Leute. B und D passen zufällig gut dazu.
Wenn wir alle zusammenkommen, reden wir nicht viel. Wir spielen die ganze Zeit, ab und an von einer Raucherpause unterbrochen. Es ist ein sehr entspanntes Herumprobieren, es gibt oft Momente, da ist jeder im selben Lied: jeder von uns weiß dann, dass wir einen großen Walfisch am Haken haben, wir reiten ihn, unsere Gesichter versichern, dass wir überhaupt nicht aufgeregt sind, wir scheuen den Augenkontakt, der Walfisch plantscht wild und wir reiten ihn, wir könnten ihn jederzeit einfangen, aber wir geben ihm nur einen dicken Kuss und lassen ihn wieder frei.
Wir haben es nicht nötig, jederzeit großartige Songs herzustellen. Wir genießen unsere kreative Energie, ohne sie mit Anderen zu teilen. Wir drehen uns ganz um uns selbst. Niemand weiß, wo wir sind.
Vielleicht spielen wir zur Fete de la Musique am 21.6. vorm Veto den ganzen Abend, um die Kinder dort abzuholen, wo sie sind: in der Warteschlange vorm Klanggerüst gegenüber.
April 2019
Derzeit erholen wir uns von einem sehr aufregenden Konzert, aufgrund familiärer Verpflichtungen nur zu dritt. Im Mai geben wir in Nürnberg unser erstes Mal zu viert. Unsere Namen sind nicht wichtig, wer wir sind ist nicht wichtig. Die Blühenden Landschaften sind keine Personen. Ich als Textschreiber bin der einzige bisher, der mit einem Namen (Demien) erwähnt wird. Im Idealfall entstehen die Texte gemeinsam. Eines Tages haben die Landschaften den Autor abgeschafft. Wo ist die Rote Gießkanne?
Als Grundlage für Songs benutzen wir Beats, Loops und Ambiente-Flächen, die Texte drehen sich um Koffeinsucht als Hobby, Pyromaniephantasien und den erneuten Aufstieg der Faschisten im 21. Jahrhundert. Wir haben dabei: zwei Gitarren, einen Bass, ein Cello (ich bin draufgetreten), eine Geige, drei afrikanische Flöten, konfuse Synthesizer, eine Mandoline (ich bin draufgetreten), eine Drum- und Loopmaschine, ein Akkordeon und perverse Schellen, Rasseln, Trommeln und hin und wieder herbstliche Blasinstrumente.